This content is blocked due to privacy reasons, you need to allow the use of cookies.
This content is blocked due to privacy reasons, you need to allow the use of cookies.

Psychische Belastungen im Jugendalter nehmen seit Jahren spürbar zu. Angst, Rückzug, Erschöpfung oder anhaltender innerer Druck gehören für viele junge Menschen inzwischen zum Alltag. Gleichzeitig stehen Eltern oft vor der Frage, ab wann Unterstützung sinnvoll ist und welche Form der Begleitung ihrem Kind gerecht wird.
Der folgende Beitrag gibt einen Einblick in die psychotherapeutische Arbeit mit Jugendlichen, erläutert entwicklungspsychologische Hintergründe und zeigt auf, wie kognitive Verhaltenstherapie altersgerecht eingesetzt werden kann. Dabei wird deutlich, warum frühe Orientierung, das Einbeziehen des sozialen Umfelds und erfahrungsbasierte Zugänge eine zentrale Rolle spielen.

Zunehmende psychische Belastungen bei Jugendlichen

Die psychische Belastung von Kindern und Jugendlichen hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Aktuelle Auswertungen wie der Kinder- und Jugendreport 2025 zeigen einen signifikanten Anstieg insbesondere von Angststörungen, depressiven Symptomen und stressassoziierten Beschwerden bei jungen Menschen. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in meiner Praxis wider: Immer häufiger suchen Jugendliche – teils gemeinsam mit ihren Eltern, teils aus eigener Initiative – therapeutische Unterstützung, weil emotionale Überforderung, sozialer Rückzug, schulischer Druck oder anhaltende innere Spannungen den Alltag zunehmend beeinträchtigen.

In meiner Praxis liegt der therapeutische Schwerpunkt auf der Arbeit mit Jugendlichen. Die Psychotherapie mit jüngeren Kindern erfordert spezifische entwicklungspsychologische, kommunikative und methodische Zugänge, die sich deutlich von der Arbeit mit Jugendlichen unterscheiden. Entsprechend begleite ich – abhängig von Persönlichkeit, sprachlicher Ausdrucksfähigkeit und Reflexionsfähigkeit – junge Menschen in der Regel ab etwa 10 bis 12 Jahren. In diesem Entwicklungsabschnitt beginnen viele Jugendliche, innere Prozesse bewusster wahrzunehmen, Zusammenhänge zwischen Denken, Fühlen und Handeln zu erkennen und aktiv Verantwortung für Veränderung zu übernehmen. Diese Fähigkeiten bilden eine wichtige Grundlage für eine gemeinsame, transparente und wirksame psychotherapeutische Arbeit.

Wie emotionale Probleme bei jungen Menschen entstehen

Kinder und Jugendliche entwickeln ihre Sicht auf die Welt nicht isoliert, sondern im engen Austausch mit ihrem sozialen Umfeld. Sie beobachten, speichern und imitieren nicht nur das Verhalten ihrer Bezugspersonen, sondern übernehmen vor allem deren Denkweisen, Bewertungen und Überzeugungen. Gerade in frühen Lebensphasen lernen sie, ihre Umwelt durch die „Brille“ der Erwachsenen zu betrachten. Auch wenn jüngere Kinder ihre eigenen Gedanken noch kaum reflektieren können, entstehen emotionale Probleme häufig aus solchen übernommenen kognitiven Konzepten.

Die kognitive Verhaltenstherapie berücksichtigt diesen Entwicklungsaspekt, indem sie sich am kognitiven Reifegrad orientiert und Sprache, Methoden und Interventionen entsprechend anpasst. Kinder entwickeln bereits früh eigene Vorstellungen über sich selbst, über andere Menschen und über soziale Regeln. Diese Konzepte beeinflussen ihr emotionales Erleben und ihr Verhalten – und können sowohl stabilisierend als auch belastend wirken.

Gerade deshalb spielt die Zusammenarbeit mit Eltern oder anderen wichtigen Bezugspersonen eine zentrale Rolle, insbesondere bei jüngeren Jugendlichen. Je jünger der Mensch, desto größer ist der Einfluss des Umfelds auf die emotionale Entwicklung. Veränderungen gelingen oft nachhaltiger, wenn auch elterliche Haltungen, Erwartungen und Reaktionsmuster reflektiert und gegebenenfalls angepasst werden. Diese gemeinsame Arbeit kann nicht nur den therapeutischen Prozess unterstützen, sondern auch helfen, festgefahrene familiäre Dynamiken zu lösen.

Problemtypische kognitive Interventionsstrategien

Die Integrative Kognitive Verhaltenstherapie unterscheidet zentrale Problembereiche, um emotionale Schwierigkeiten besser zu verstehen und gezielt zu behandeln. Diese Differenzierung erleichtert nicht nur das Erfassen der Symptomatik, sondern auch die Auswahl wirksamer therapeutischer Interventionen.

Selbstwertprobleme entstehen nicht angeboren, sondern werden häufig früh – verbal oder nonverbal – vermittelt. Therapeutisch steht im Fokus, die übernommene Verknüpfung bestimmter Eigenschaften oder Verhaltensweisen mit dem eigenen Wert zu erkennen, kritisch zu hinterfragen und durch realistischere, stabilere Selbstbewertungen zu ersetzen.

Existenzielle Probleme sind bei Kindern und Jugendlichen besonders häufig, da sie über weniger Lebenserfahrung verfügen und Unsicherheiten oft noch mystisch oder irrational interpretieren. Therapeutisch wird hier sowohl an der Erweiterung von Handlungskompetenzen als auch an der realistischen Einschätzung von Gefahren gearbeitet, etwa durch Realitäts-, Wahrscheinlichkeits- und Logikchecks. Mit zunehmendem Alter können auch Themen wie Sicherheitsbedürfnis, Kontrollansprüche und der Umgang mit Unsicherheit gezielt bearbeitet werden.

Frustrationsintoleranzprobleme zeigen sich entweder in forderndem Verhalten („Es muss so laufen, wie ich es will“) oder in vermeidend-prokrastinierenden Mustern („Es soll einfach und angenehm sein“). Veränderungen erfordern hier Konsequenz, Klarheit und oft auch die Einbindung des Umfelds, da Symptome häufig durch inkonsistente Reaktionen aufrechterhalten werden. Ohne ausreichende Veränderungsmotivation aller Beteiligten ist nachhaltige therapeutische Arbeit nur eingeschränkt möglich.

Bei jüngeren Kindern erfolgt Veränderung häufig indirekt über die Bezugspersonen – ein Vorgehen, das als Billard-Therapieprinzip beschrieben wird. Kinder übernehmen Denk- und Handlungsmuster über Modelllernen. Entsprechend zielt die Therapie darauf ab, elterliche Konzepte zu reflektieren und zu verändern, damit das Kind neue, hilfreichere Muster übernehmen kann. Mit zunehmendem Jugendalter verlagert sich der therapeutische Fokus stärker auf den Jugendlichen selbst, wobei Eltern je nach Thema weiterhin unterstützend eingebunden werden können.

Therapiegestaltung, Dokumentation und erlebnisorientierte Ergänzungen

Ein zentraler Bestandteil der Arbeit mit Jugendlichen ist die altersangemessene Strukturierung der Therapie. Dazu gehört auch die Dokumentation therapeutischer Fortschritte. Jugendliche arbeiten mit Arbeitsblättern oder Tagebuchformaten, um Gedanken, Gefühle, neue Strategien und Erfolge festzuhalten. Diese Aufzeichnungen machen Entwicklung sichtbar, stärken die Motivation und dienen auch nach Abschluss der Therapie als hilfreiche Orientierung. Viele Jugendliche erstellen im Verlauf eine persönliche Arbeitsmappe – ein „eigenes Buch“, das Strategien, Erkenntnisse und hilfreiche Übungen bündelt.

Neben gesprächsbasierten Methoden ergänze ich meine therapeutische Arbeit nach Bedarf durch tiergestützte Interventionen und klettergestützte Psychotherapie. Tiergestützte Verfahren können emotionale Zugänge erleichtern, Beziehungserfahrungen vertiefen und insbesondere bei zurückhaltenden Jugendlichen Vertrauen fördern.
👉 Weitere Informationen: https://sana-mente.de/leistungen/tiergestuetzte-therapie/

Das therapeutische Klettern bietet jungen Menschen, denen es schwerfällt, aus rein gedanklichen Schleifen herauszukommen, einen besonders wirksamen Zugang. An der Boulder- oder Kletterwand werden Erfahrungen körperlich und emotional erlebbar: Vertrauen, Frustrationstoleranz, Selbstwirksamkeit und der Umgang mit Angst lassen sich unmittelbar erfahren. Diese erlebnisorientierten Erfahrungen ermöglichen Erkenntnisse, die sich anschließend leichter auf andere Lebensbereiche übertragen lassen.
👉 Weitere Informationen: https://sana-mente.de/leistungen/therapeutisches-klettern/

Wenn Sie sich fragen, ob psychotherapeutische Unterstützung für Ihr Kind oder Ihren Jugendlichen sinnvoll sein könnte, kann ein unverbindliches Erstgespräch helfen, die Situation einzuordnen. Dabei klären wir gemeinsam, ob mein therapeutischer Ansatz passend ist oder ob gegebenenfalls eine andere Form der Unterstützung empfehlenswert wäre.

Der erste Schritt zählt. Wenn Sie neugierig geworden sind und mehr über meine Arbeitsweise erfahren möchten, lade ich Sie herzlich ein, Kontakt mit mir aufzunehmen. 
Vereinbaren Sie hier Ihr Erstgespräch.

Quellen:

DAK-Gesundheit. (2025). Kinder- und Jugendreport 2025: Psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen.

Schlarb, A. A., & Stavemann, H. H. (2017). Einführung in die kognitive Verhaltenstherapie bei Kindern und Jugendlichen: Grundlagen und Methodik. Weinheim: Beltz.

Stavemann, H. H., & Hülsner, Y. (2014). Integrative Kognitive Verhaltenstherapie. Weinheim: Beltz.

Mead, G. H. (2015). Mind, Self, and Society. Chicago: University of Chicago Press.

Fotocredit by pixabay.com

Wirtschaftspsychologie B.A. Heilpraktikerin für Psychotherapie Dozentin für klinische Psychologie Klettertherapeutin Luftfahrttrainerin Speakerin, Coachin

Visit Website

Diese Homepage nutzt cookies. Weitere Informationen hierzu finden sich in den